In der Debatte über israelfeindliche und pro-palästinensische Äußerungen bei der Berlinale bekommt Festival-Chefin Tricia Tuttle weitere Rückendeckung. Der israelisch-deutsche Publizist und Direktor der Anne-Frank-Bildungsstätte in Frankfurt am Main, Meron Mendel, sagte im RBB-Inforadio, wenn Tuttle deshalb gehen müsse, würde das die Berlinale und auch den Ruf Deutschlands in der Welt schwer beschädigen.
Streit nach Berlinale-Eklat: Wo endet künstlerische Freiheit?
In Deutschland herrsche nach wie vor die Kunst- und die Meinungsfreiheit, sagte Mendel. Der umstrittenen Aussage des Regisseurs Abdallah Alkhatib bei der Preisverleihung am vergangenen Wochenende könne man inhaltlich heftig widersprechen, aber sie sei „zu 100 Prozent von der Meinungsfreiheit gedeckt“. Der Regisseur hatte Deutschland auf offener Bühne vorgeworfen, an einem Genozid in Gaza mitzuwirken. Das war zum Teil auf scharfe Kritik gestoßen.
Berlinale-Eklat: Mendel fordert Unterstützung für Intendantin
Laut Mendel hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) mit seinem bisherigen Vorgehen bereits Schaden angerichtet: „Der internationale Vorwurf, dass in Deutschland die Kunstfreiheit eingeschränkt wird zugunsten der Loyalität zu Israel - dieser Vorwurf wird traurigerweise durch das Handeln des Kulturstaatsministers bestätigt.“ Nötig sei jetzt genau das Gegenteil, nämlich eine Stärkung der Intendantin. „Alles andere wird die Zukunft der Berlinale in große Frage stellen“, sagte Mendel.
Laut dem Kulturstaatsminister sollen Gespräche über die Ausrichtung der Berlinale in den kommenden Tagen zwischen der Intendantin und dem Aufsichtsrat fortgesetzt werden.
