Berlin soll Pflegenotfalltelefon bekommen

Berlin soll sich als Modellregion des Bundes für die Einführung eines Pflegenotfalltelefons ab 2027 bewerben. Einen entsprechenden Antrag haben Ende Februar die Koalitionsfraktionen CDU und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus eingereicht. Das Pflegenotfalltelefon soll demnach pflegebedürftige Menschen, ihren Angehörigen und Pflegekräften in akuten Krisen schnelle und bedarfsgerechte Hilfe bieten.

Ende 2023 haben in der Hauptstadt den Angaben zufolge 212.000 Menschen Pflegeleistungen erhalten. Zwei Drittel davon werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Deshalb sehen die Koalitionäre laut Antrag einen „erheblichen Bedarf“ an einem Pflegenotfalltelefon. Auch Grüne und Linke im Abgeordnetenhaus signalisierten für das Projekt bereits Zustimmung.

In Hamburg wird bereits seit 2024 ein Pflegenottelefon angeboten. Daran soll sich auch Berlin orientieren. Rund um die Uhr seien dort geschulte Kräfte erreichbar, die bei kurzfristigen Problemen in der Pflege, wie Krankheit der pflegenden Angehörigen oder kurzzeitig erhöhtem Pflegebedarf, helfen, heißt es. 2024 verzeichnete die Nummer laut Hamburger Senat knapp 1.500 Anrufe, in 55 Fällen wurden Pflegedienste aktiviert, die mit für Notfälle reservierten Kapazitäten und Kurzzeitpflegeplätzen unterstützten.

In Berlin erhoffen sich CDU und SPD laut Antrag durch die Einführung des Pflegenotfalltelefons eine Verbesserung der Pflegesettings, eine Entlastung von Angehörigen und sinkende Kosten der Rettungsstellen. Das seien „gute Argumente“, um die Pflegekassen an der Finanzierung zu beteiligen.

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