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Bericht: Zahl junger Verdächtiger bei rechten Taten verdoppelt

Alarmierende Zahlen: Unter den Tatverdächtigen bei rechtsgerichteten Straftaten finden sich immer mehr Minderjährige. Ein Grund: Radikale Organisationen nehmen gerade Jugendliche in den Blick.

Die Zahl der Jugendlichen, die politisch rechts motivierte Straftaten begangen haben sollen, hat sich laut einem Medienbericht zuletzt mehr als verdoppelt. Demnach stieg die Zahl der Tatverdächtigen aus der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen von 1.785 im Jahr 2023 auf 3.854 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die der “Spiegel” am Mittwoch berichtet. In beiden Jahren waren danach fast 90 Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen männlich.

Bei den bis 13-Jährigen habe es ebenfalls einen deutlichen Anstieg auf 204 Tatverdächtige gegeben. Ein Viertel seien Mädchen gewesen. Auch bei den bis 24-Jährigen habe die politisch rechts motivierte Kriminalität zugenommen. Es gebe inzwischen “eine Vielzahl von rechtsextremistischen Jugendgruppierungen und weiteren Organisationen mit Bezug zu Kindern und Jugendlichen”, die deutschlandweit teils vernetzt, teils losgelöst voneinander agieren würden, zitiert der “Spiegel” weiter aus der Antwort der Bundesregierung. Seit Anfang 2024 lasse sich vermehrt ein Zulauf von Kindern und jungen Jugendlichen zur rechtsextremistischen Szene feststellen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und das Bundesamt für Verfassungsschutz hatten bereits bei der Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichts im Juni davor gewarnt, dass politischer Extremismus zunehmend Jugendliche anspreche. Immer jüngere Menschen würden sich online radikalisieren, angeleitet werden und mitunter zu Aktionen übergehen, so damals der Vizechef des Verfassungsschutzes und inzwischen designierte Präsident der Behörde, Sinan Selen.