Beratungsstelle: Rechtsextreme nehmen oft Wohnungslose ins Visier

Die niedersächsische Betroffenenberatung für Opfer rechtsextremer Gewalt hat vor rechtsmotivierten Gewaltaktionen gegen wohnungslose Menschen gewarnt. Diese Gruppe stehe besonders im Visier rechtsgerichteter Täterinnen und Täter, teilte die Beratungsstelle am Freitag in Osnabrück mit. Gewalt gegen Wohnungslose sei ein fester Teil rechtsextremistischer Ideologie, die von einer Ungleichwertigkeit der Menschen ausgehe.

„Rechte Täterinnen und Täter suchen gezielt nach Personen, die vermutlich kaum Möglichkeiten haben, sich zu wehren oder ihre Stimme hörbar zu machen“, sagte Sprecherin Anna Eschbaum. Zuletzt sei ein Fall aus Göttingen bekanntgeworden, bei dem Ende März eine wohnungslose Person im Schlaf mit einer Eisenstange angegriffen und schwer verletzt worden sei.

Genaue Zahlen ließen sich nicht angeben, denn viele wohnungslose Menschen wüssten gar nicht, dass sie sich in solchen Fällen an die Betroffenenberatung wenden könnten, erläuterte Eschbaum. Sie behielten daher solche Vorfälle für sich. Manche glaubten auch, dass ein solcher Hilferuf kaum etwas bewirken könne. Dadurch werde jedoch der Zugang zu rechtlichen Schritten, medizinischer Versorgung oder einer Verarbeitung des Erlebten erschwert.

Um Betroffene wirksam zu unterstützen, müssten Polizei, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen zusammenarbeiten, sagte Eschbaum. Sie appellierte an alle Stellen, Fälle von Gewalt gegen wohnungslose Menschen an die Beratungsstelle weiterzuleiten.

Die Betroffenenberatung Niedersachsen unterstützt Menschen, die von rechter, rassistischer, antisemitischer oder anderer menschenfeindlicher Gewalt betroffen sind. Hinter der Anlaufstelle stehen die Vereine „Exil“ in Osnabrück und „Asyl“ in Hildesheim sowie das Christliche Jugenddorfwerk in Nienburg.

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