Eine neue Untersuchung des Wissensnetzwerks Rassismusforschung (WinRa) macht in Deutschland gravierende Defizite bei der Rassismusforschung aus. Rassismus präge zahlreiche Bereiche in der Gesellschaft, vom Wohnungs- und Arbeitsmarkt bis hin zum Bildungs- und Gesundheitssystem, teilte die Hochschule am Freitag mit. Dennoch sei die „wissenschaftliche Auseinandersetzung“ mit dem Thema bislang „nur unzureichend institutionell verankert“, moniert die Studie, die systematisch von 2015 bis 2025 die Lage der Rassismusforschung in Deutschland untersucht hat.
Maßgeblich an der Untersuchung beteiligt war der Bayreuther Uni-Professor Stephan Ouma, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie. Die Rassismusforschung stehe trotz gesellschaftlicher Dringlichkeit „auf viel zu schwachen institutionellen Füßen“. So gebe es bei mehr als 52.000 Professuren in Deutschland nur drei, die eine Lehrstuhlbezeichnung im Bereich Rassismusforschung führten. Eigenständige Studiengänge zu diesem Thema gebe es gar nicht. Rassismusforschung werde meist nur „als Randaspekt anderer Disziplinen“ behandelt. Dies müsse sich ändern, forderte Ouma.
Um die vorhandenen Forschungslücken zu schließen, brauche es mehr Personal und Geld. Damit könnten dann systematische Analysen, etwa zu diskriminierenden Mechanismen auf dem Wohnungsmarkt oder auch beim beruflichen Aufstieg, umgesetzt werden. (3759/28.11.2025)