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Bayerns Katholiken treten für Asylrecht und bessere Integration ein

Das Thema “Migration” erhitzt trotz sinkender Asylanträge die Gemüter. Das Landeskomitee der Katholiken appelliert an die Politik, Integration im Licht einer christlichen Sicht auf den Menschen zu sehen.

Bayerns oberstes katholisches Laiengremium hat die politisch Verantwortlichen aufgerufen, am Asylrecht in Deutschland festzuhalten. Asylverfahren dürften nicht in Länder außerhalb der Europäischen Union ausgelagert werden, Asylsuchende nicht ohne Prüfung des für das Verfahren zuständigen Staates zurückgewiesen werden, heißt es in einem am Samstag im niederbayerischen Deggendorf mehrheitlich verabschiedeten Positionspapier des Landeskomitees der Katholiken. Es trägt den Titel “Menschlichkeit verbindet. Integration im Licht einer christlichen Sicht auf den Menschen”. Bei der Herbstversammlung hatten sich die Delegierten mit dem Thema Migration beschäftigt.

Um Menschen zu integrieren, sei es nötig, ihnen einen sofortigen Zugang zu Sprache, Bildung, Arbeit und Ehrenamt zu ermöglichen, heißt es in der Stellungnahme. Darin wird auch verlangt, Rechtssicherheit zu schaffen, damit integrierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht abgeschoben werden. Genauso seien Netzwerke aus Verwaltung, Bildung, caritativen Verbänden und Ehrenamt systematisch auszubauen und zu verbessern.

Die Katholiken plädieren dafür, legale Migration zu erleichtern. Die damit verbundenen Potenziale sollten genutzt und Chancen eröffnet werden. Zugewanderte Menschen seien auch als wirtschaftliche Ressource zu verstehen und gemäß ihrer Qualifikation einzusetzen und zu fördern. Eine verantwortungsbewusste Ethik müsse der Maßstab für Migrationsarbeit sein.

An die politisch Verantwortlichen wird zudem appelliert, sich von Maßnahmen abzuwenden, “die, oftmals nur vermeintlich, Asylsuchende abschrecken sollen”. Sie sollten von einer Haltung ablassen, die Geflüchtete für Missstände verschiedenster Art im Inland verantwortlich mache und die gesellschaftliche Stimmung gegen sie aufheize.

Das Landeskomitee erinnert daran, dass katholische Einrichtungen und Organisationen seit Jahren eine wichtige Arbeit leisteten und finanzielle Mittel für die Flüchtlingshilfe bereitstellten. Auch viele ehrenamtlich tätige Frauen und Männer engagierten sich hierzu in ihren Pfarrgemeinden und kirchlichen Organisationen. Mit dem Aufruf will das Gremium auch seine Position zu Integration bekräftigen und alle Engagierten ermutigen, sich in Politik, Gesellschaft und Kirche weiter einzubringen.

Dem Positionspapier zufolge lebten in Bayern Ende 2023 rund 3,9 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. In Großstädten liege der Anteil deutlich höher als in ländlichen Regionen. Integration gelinge dort besonders gut, wo Behörden, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und Ehrenamt eng kooperierten, heißt es.

Im Landeskomitee sind die Delegierten aller sieben Diözesanräte sowie landesweit tätigen kirchlichen Verbände und Initiativen vertreten. Dazu kommen berufene Einzelmitglieder. Das Gremium repräsentiert die rund 5,5 Millionen Katholiken in Bayern.