Der Münchner Karikaturist Dieter Hanitzsch (90) erhält in diesem Jahr den Sonderpreis des Kulturpreises Bayern. Mit spitzer Feder und viel Humor fange Hanitzsch in seinen Karikaturen die Essenz bayerischer Landespolitik ein, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU) am Sonntag laut Mitteilung. Als „zeichnender Journalist, überragender bildlicher Kommentator und Weltillustrator“ habe sich Hanitzsch in seiner bayerischen Heimat und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Der Preis ist mit 96.000 Euro dotiert und wird von der Bayernwerk AG zusammen mit dem Kunstministerium verliehen.
Der Preis soll „herausragende Leistungen von Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern würdigen“, die mit ihrem Wirken die Kultur und Wissenschaft Bayerns bereichern. Neben den von einer Fachjury ausgewählten Kunstpreisträgerinnen und -preisträgern werden Doktorandinnen und Doktoranden sowie Absolventinnen und Absolventen der bayerischen Kunsthochschulen, Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgezeichnet.
Das Wissenschafts- und Kunstministerium verleiht zusätzlich einen Sonderpreis.
Hanitzsch ist für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnet und prämiert worden – er ist aber auch nicht unumstritten. Im Mai 2018 geriet er wegen einer von vielen als antisemitisch eingestuften Karikatur des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahi in der „Süddeutschen Zeitung“ in die Kritik. Die SZ trennte sich daraufhin von Hanitzsch und entschuldigte sich für die Veröffentlichung. Der Künstler Hanitzsch verneinte stets eine antisemitische Absicht. Seither arbeitet er für die „Abendzeitung“.
Zu den bisherigen Sonderpreisträgerinnen und -preisträgern gehören unter anderem Gerhard Polt, Frank Markus Barwasser, Klaus Doldinger, Dieter Dorn, Franz Xaver Bogner, Bruno Jonas, Ottfried Fischer, Joana Mallwitz, Hannes Ringlstetter und Golda Schultz. Die Preisverleihung findet diesen Donnerstag (16. November) in den Münchner Eisbachstudios statt. (00/3701/12.11.2023)