Wer etwas über die jüdische Geschichte Bayerisch-Schwabens erfahren möchte, kann sich ab sofort auf dem Internetportal „bavarikon“ informieren. Das Jüdische Museum Augsburg und die Universität Augsburg hätten über einen Zeitraum von zwei Jahren Tausende Objekte zusammengetragen und digitalisiert, teilte das Jüdische Museum Augsburg Schwaben am Freitag mit. Das Digital-Projekt „Das jüdische Erbe Bayerisch-Schwabens. Kultur und Alltag des Landjudentums 1560-1945“ sei in dieser Form bayernweit einmalig. Es trage dazu bei, historisches Erbe zu bewahren, Wissen zu vermitteln und einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung zu leisten.
In Bayerisch-Schwaben habe es früher zahlreiche jüdische Landgemeinden gegeben, teilte das Museum weiter mit. Nach den Novemberpogromen 1938 seien wertvolle Kulturgüter, Alltagsgegenstände und Dokumente deutsch-jüdischer Geschichte aus den Landgemeinden aber nur unzureichend erforscht worden. Das soll sich mit dem Projekt nun ändern: „Durch das Projekt werden Judaica für die Öffentlichkeit zugänglich, von deren Existenz kaum jemand wusste“, sagte Museumsdirektorin Carmen Reichert. Mit der Zusammenführung unterschiedlichster Objekte werde ein „klares Bild der jüdischen Gemeinden in unserer Region“ gewonnen.
Digitalisiert wurden rund 1.600 Objekte aus der Sammlung des Jüdischen Museums sowie aus den ehemaligen jüdischen Landgemeinden. Dazu zählen bauliche Überreste, Ritualobjekte, Schriftstücke und Alltagsgegenstände. Das Internetportal „bavarikon“ bezeichnet sich selbst als digitale Schatzkammer Bayerns. Es will das kulturelle Erbe Bayerns – darunter Urkunden, Handschriften, archäologische Funde, Gemälde, historische Stadtpläne, Skulpturen, Burgen oder Münzen – weltweit kostenlos zugänglich machen. Mittlerweile seien mehr als 500.000 Inhalte von 200 Kultureinrichtungen online zugänglich. Betrieben wird das Portal von der Bayerischen Staatsbibliothek. (00/0261/24.01.2025)