Baselitz will das Gegenteil von Klarheit

Der Maler Georg Baselitz will mit seinen Bildern schockieren. „Ich will keine Klarheit für jemanden, sondern ich will das Gegenteil. Ich will wie jeder Künstler etwas machen, was das Gegenüber nicht kennt“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Der Betrachter werde „schockiert durch das, was er sieht“.

„Und wenn er den Schock überstanden hat, sieht er vielleicht was - oder nicht“, sagte Baselitz, der am Freitag 88 Jahre alt wird. Das wolle jeder Künstler. „Außer den therapeutischen Künstlern, die Apfelblüten malen“, fügte der deutsch-österreichische Maler hinzu.

Aggression und Hass sind nach eigener Schilderung für Baselitz ein starker Antrieb. „Früher, wenn ich aggressiv war, konnte ich die Fäuste gebrauchen. Heute wirkt das einfach lächerlich. Dann lachen sie mich nur aus“, sagte er.

Rückblickend auf sein Schaffen sagte er, es gebe Menschen, die sein Leben lang mit ihm gehen, als Sammler oder als Interessenten. „Offenbar kann man also verstehen, was ich mache“, folgerte er daraus.

„Meine Umkehrungen, die Schweinebilder, das sind ja nicht freundliche Dinge, die es dem Publikum leicht machen. Das ist aus meinem Hass, den ich von Kindesbeinen an empfinde und teilweise auch in der Malerei auslebe, übrig geblieben als schlechter Charakterzug“, berichtete Baselitz. Daraus entstünden die Bilder.

👋 Unser Social Media