Nach der schrittweisen Einführung von Bezahlkarten für Asylbewerber hat die Initiative „Frankfurt sagt nein zur Bezahlkarte“ die Eröffnung einer Wechselstube für Bargeld in Frankfurt am Main angekündigt. An diesem Freitag, 6. Februar, öffne die Wechselstube um 17 Uhr in der ada-Kantine im Stadtteil Bockenheim, teilte die Initiative am Donnerstag mit. Flüchtlinge könnten mit ihrer Bezahlkarte Supermarkt-Gutscheine kaufen und diese in der Wechselstube im Wert von 50 Euro gegen Bargeld eintauschen. Künftig habe die Wechselstube jeden ersten und dritten Freitag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet.
Das Bargeld sei durch Spenden aufgebracht worden, sagte die Sprecherin der Initiative mit rund zehn Aktiven, Johanna Stoll, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Geflüchtete sollten selbstbestimmt einkaufen können. Bürgerinnen und Bürger könnten die angenommenen Gutscheine in der ada-Kantine oder in der Karl-Marx-Buchhandlung wiederum gegen Bargeld kaufen. Obwohl die Stadt Frankfurt die Bezahlkarte noch nicht eingeführt habe, rechne die Initiative mit einem Bargeld-Bedarf von auswärtigen Flüchtlingen in Frankfurt. Vorbild seien Wechselstuben wie in Darmstadt, Gießen, Kassel oder Wiesbaden.
Die Bundesländer hatten sich Ende 2024 auf die Einführung der Bezahlkarte geeinigt. Mit der Karte können Asylbewerber einkaufen, haben aber keinen Zugriff auf größere Bargeldmengen. Offizielle Begründung für die Einführung war, dass Überweisungen in die Heimatländer oder an Schlepper unterbunden werden sollen.
In Hessen dürfen Asylbewerber 50 Euro im Monat bar mit der Bezahlkarte abheben. Kritiker halten die Bezahlkarte für eine populistische Schikane gegen Flüchtlinge, die beispielsweise Bestellungen über das Internet, Einkäufe auf Kleinanzeigen oder Flohmärkten oder Taschengeld für Kinder unnötig erschwere.