In Bangladesch haben Proteste von Arbeiterinnen und Arbeiter des Textilsektors zahlreiche Fabriken lahmgelegt. In Gebieten nördlich der Hauptstadt Dhaka seien etwa 50 Fabriken geschlossen geblieben, berichtete die Tageszeitung „Dhaka Tribune“. Die Beschäftigten demonstrierten für höhere Löhne, dabei kam es zu Ausschreitungen und Verfolgungsjagden zwischen Polizei und Protestierenden. Zwei Arbeiter und eine Arbeiterin seien in den vergangenen Tagen getötet worden. Zudem seien viele verletzt oder wegen ihres Protests verklagt worden.
Hintergrund für die Proteste ist die Entscheidung der Regierung, den Mindestlohn auf 12.500 Taka pro Monat (rund 106 Euro) festzulegen. Nichtstaatliche Organisationen wie die „Kampagne für saubere Kleidung“ sehen darin einen Hungerlohn, der die Beschäftigten dazu zwinge, exzessive Überstunden zu machen, Kredite aufzunehmen, Mahlzeiten ausfallen zu lassen oder ihre Kinder statt in die Schule zur Arbeit zu schicken. Die Gewerkschaften hatten einen Monatslohn von mindestens 23.000 Taka gefordert. Laut der Kampagne ist dieser Betrag für ein menschenwürdiges Leben in Bangladesch erforderlich. Bangladesch ist eines der wichtigsten Produktionsländer für die internationale Bekleidungsindustrie.
