Ostern ist nach den Worten des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, die „entscheidende Zeitenwende“ für die Menschheit. Der Glaube an die Auferstehung der Toten biete den Menschen eine Perspektive, sei aber auch eine Verpflichtung im Hier und Jetzt, sagte er bei einem Gottesdienst in der Osternacht im Limburger Dom: „Es bedeutet, den Tod nicht hinzunehmen, wenn er Menschen mitten im Leben mit Hunger und Armut schlägt, mit Folter und fehlenden Zukunftsperspektiven.“
Wenn Christen an die Auferstehung glaubten, bedeute das somit nicht, dass sie Unrecht, Fanatismus, Krieg oder der Zerstörung der Umwelt tatenlos zusehen sollten, sagte der Limburger Bischof laut Redetext. Sie dürften auch nicht tolerieren, wenn „die Stärke des Rechts in der internationalen Politik sehenden Auges durch das Recht des Stärkeren abgelöst“ werde.
Bätzing zog Parallelen zwischen der Situation zu biblischen Zeiten und der Gegenwart. Umbruch und Neuanfang hätten damals wie heute eine große Herausforderung für die Menschen dargestellt. „Der Sinn der jährlichen Osterfeier besteht für mich darin, unseren Halt suchenden Herzen und unserer wankenden Vernunft zu dieser Glaubensentscheidung aufzuhelfen“, sagte er.