Baerbock: Kinder früher über NS-Zeit aufklären

Kinder und Jugendliche frühzeitig über die Greueltaten des NS-Regimes aufklären, dafür wirbt Außenministerin Baerbock. Das stärke nicht zuletzt die Demokratie, so die Ministerin.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat dafür geworben, Kinder und Jugendliche in Schulen früher als bislang über die Greueltaten des NS-Regimes zu informieren. Das sei gerade in diesen Zeiten wichtig, in denen Demokratie nicht mehr für selbstverständlich genommen werden könne, erklärte Baerbock am Dienstag in der Gedenkstätte Sachsenhausen. "Da müssen wir uns gemeinsam als Gesellschaft auf den Weg machen", so die Ministerin.

Es sei bedauerlich, dass derzeit in der Regel erst in der 10. Klasse über die NS-Zeit gesprochen werde. Wenn Kinder früher darüber informiert würden, könnte auch die Erinnerungsarbeit früher beginnen. Dann könnte man auch früher Verständnis dafür wecken, dass der Schutz Israels deutsche Staatsräson sei. Mit einem solchen Umdenken könne nicht zuletzt die Demokratie in Deutschland gestärkt werden.

Zugleich plädierte sie für eine Verstetigung der Mittel für das vom Bund mitfinanzierte Projekt "Jugend erinnert". Baerbock: "Wir können es uns nicht leisten, diese Arbeit nicht auskömmlich zu fördern." Ähnlich äußerten sich Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Kulturstaatsministerin Claudia Roth (beide Grüne).

In das KZ Sachsenhausen wurden in der NZ-Zeit rund 200.000 Gefangene deportiert. Insgesamt sind dort nach Angaben von Historikern mehrere 10.000 Menschen ermordet worden. Das KZ befindet sich in der Nähe von Oranienburg in Brandenburg. Mit dem 2019 aufgelegten Programm zur NS-Zeit "Jugend erinnert" sollen nach Angaben der Bundesregierung vor allem Gedenkstätten bei der Entwicklung neuer Bildungsprojekte unterstützt werden. Bei der Veranstaltung wurden verschiedene Projekte vorgestellt.

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