Über die Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) informiert im gleichnamigen Museum in Berlin künftig ein 3D-animierter Avatar. Die künstliche Intelligenz biete Informationen zum Leben und Werk der Künstlerin, sagte Projektleiterin Irena Mijatovic am Dienstag in Berlin bei der Präsentation.
Der Kollwitz-Avatar steht offiziell ab 22. April zur Verfügung. Grund ist die baubedingte Schließung der Ausstellungsräume. Die lilafarbene, animierte Version von Käthe Kollwitz ist dann lebensgroß auf einem Bildschirm zu sehen. Dieser ist im Museum trotz geschlossener Ausstellungsräume weiter zugänglich.
Der Avatar besitze Chat- und Sprachfunktionen, sagte Mijatovic. So könnten die Besuchenden in einen freien Dialog mit der zum Leben erweckten Kollwitz treten. Die Technik basiere auf dem Programm ChatGPT des Software-Unternehmens OpenAI.
Der Käthe Kollwitz-Avatar kann den Angaben zufolge in 55 Sprachen kommunizieren. Mit dem experimentellen Projekt wolle das Museum den Schritt in die Zukunft wagen und die Frage nach der Verbindung von Kunst, Geschichte und Technologie aufwerfen. Das Projekt wurde von der Kultursenatsverwaltung gefördert.
Die Ausstellung bleibt voraussichtlich bis Mitte Juni geschlossen. Der Avatar soll später dort zu sehen sein. Während der Schließung kann mit dem Kollwitz-Avatar täglich von 11 bis 16 Uhr gesprochen werden.
Käthe Kollwitz gilt als Meisterin der Druckgrafik und der Zeichnung und wurde 1919 als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Die Nationalsozialisten diffamierten ihre Kunst als „entartet“. Sie starb am 22. April 1945.