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Auswertung zeigt: HPV-Impfung senkt Krebsrisiko

Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) senkt das Risiko für Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs erheblich. Bei geimpften Frauen sind operative Eingriffe am Gebärmutterhals nur halb so häufig notwendig wie bei ungeimpften, geht laut einer Mitteilung der AOK vom Mittwoch aus einer wissenschaftlichen Auswertung hervor.

Die Auswertung stützt sich auf Daten von AOK-Versicherten, die bis Ende 2024 das 30. Lebensjahr erreicht hatten. Bis zu diesem Alter wurden pro 10.000 geimpften Frauen 100 sogenannte Konisationen durchgeführt, bei denen auffälliges Gewebe entfernt wird. Bei den ungeimpften Frauen waren es 184 solcher Eingriffe. Die Impfung könne jungen Frauen einen „belastenden Eingriff ersparen“, sagte AOK-Vorstandschef Johannes Bauernfeind zum Tag der Krebsvorsorge (28. November).

Trotz dieses Erfolgs sind die Impfquoten in Deutschland niedrig. Laut Robert Koch-Institut sind nur 54,6 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 34 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft. Baden-Württemberg belegt im bundesweiten Vergleich einen der hinteren Plätze. Hier haben rund 56 Prozent der bei der AOK versicherten 19-jährigen Frauen die empfohlenen zwei Impfdosen erhalten. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern sind es knapp 75 Prozent.

Die AOK Baden-Württemberg und der Krebsverband Baden-Württemberg fordern daher mehr Anstrengungen. „Wir brauchen eine höhere Verbindlichkeit für die Impfung“, sagte Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbands. Schulimpfungen und digitale Erinnerungen könnten die Quote steigern. Eine verstärkte Aufklärung sei vor allem für Jungen wichtig, da deren Impfrate extrem niedrig sei.

Unabhängig von der Impfung bleibt die Krebsfrüherkennung ein wichtiger Baustein. Seit ihrer Einführung 1971 ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs stark gesunken. Experten betonen, dass die Kombination aus Impfung und Vorsorge den besten Schutz bietet.

Humane Papillomviren werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen und können verschiedene Krebsarten auslösen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. (3043/26.11.2025)