Australische Juden fühlen sich durch Boykottaufrufe gegen Unternehmen, die Juden gehören oder mit Israel in Verbindung stehen, an die NS-Zeit erinnert. “Diese Parallele kann unmöglich ignoriert werden”, sagte Alex Ryvchin, Co-Vorsitzender des australischen Dachverbandes jüdischer Organisationen (ECAJ) der Zeitung “Daily Telegraph” (Donnerstag). “Das Ausmaß des Hasses, den die Anti-Israel-Bewegung zum Ausdruck bringt, ist erschreckend”, so Ryvchin weiter.
Prominente jüdisch-australische Unternehmer äußerten sich gegenüber dem Wirtschaftsblatt “Financial Review” fassungslos. “Es erinnert an die Taktiken, die in den 1930er Jahren in Deutschland angewandt wurden”, um jüdische Geschäfte zu zerstören, sagte Mark Leibler, Seniorpartner einer großen Anwaltskanzlei. “Ich hätte das in Australien nie für möglich gehalten.”
In den Sozialen Medien hat die Initiative “Stand For Palestine Australia” eine viel beachtete Kampagne zum Boykott “zionistischer” Unternehmen gestartet. Sie richtet sich gegen Firmen, die Juden gehören oder geschäftliche Verbindungen zu Israel haben. Aktuell betroffen sind vor allem große Einzelhandelsfirmen und Immobilienmakler mit Filialen im ganzen Land. Laut der Volkszählung 2021 sind etwa 100.000 Australier beziehungsweise 0,4 Prozent der Bevölkerung Juden.