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Ausstellungen zeigen Fastnachtstraditionen in Nürnberg

Bunte Kostüme, Masken und ein Umdrehen der üblichen Machtverhältnisse: Gleich zwei Ausstellungen zeigen ab Mitte November, wie in Nürnberg in den letzten Jahrhunderten Fastnacht gefeiert wurde. In der Stadtbibliothek sehen Interessierte laut Mitteilung der Stadt unter dem Titel „Fastnacht in der Reichsstadt Nürnberg“, wie sich die Stadt vom 14. bis zum 17. Jahrhundert während der närrischen Tage in eine einzige Bühne verwandelte.

Das Germanische Nationalmuseum (GNM) zeigt ergänzend dazu bei „Fastnacht. Tanz und Spiele in Nürnberg“ bedeutende Fastnachtsspiele und widmet einen wichtigen Teil der Ausstellung dem Schembartlauf (Maskenlauf). Schon im 15. Jahrhundert zogen Menschen laut dem Museum in bunten Kostümen durch die Innenstadt, spielten „verkehrte Welt“ und verteilten Naschereien. Das Patriziat machte den Schembartlauf in wenigen Jahrzehnten zum Prunkumzug mit immer aufwendigeren Verkleidungen. Ausgangspunkt für die Ausstellung sind die kostbaren Schembartbücher, die nach Einführung der Reformation in einer Vielzahl entstanden.

Auch weitere Ausschweifungen gehörten laut Stadt in früheren Zeiten zur Fastnacht in Nürnberg. So war der Hauptmarkt Schauplatz ritterlicher Turniere und vor den Häusern ausgewählter Prominenter führten Hunderte von Handwerkern ihre Tänze auf. In die Menge geworfene, mit Rosenwasser gefüllte Eier, Feuerwerk, Waffengeklirr, farbenprächtige Kostüme oder in Flammen aufgehende Fastnachtswagen sprachen alle Sinne an. „Die lange untergegangene Festkultur lebt in ausgewählten Handzeichnungen und Grafiken aus den Beständen der Stadtbibliothek wieder auf“, hieß es.

Die Ausstellung in der Stadtbibliothek ist vom 12. November bis 14. Februar 2026 zu sehen. Der Eintritt ist frei, Führungen finden am 19. November, 10. Dezember sowie 14. Januar jeweils um 17 Uhr statt. Die Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum ist vom 11. November bis 15. Februar 2026 zu sehen. Führungen können über die Webseite des GNM gebucht werden. (3485/07.11.2025)