Das Archiv der Avantgarden der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) widmet sich den transatlantischen Beziehungen zwischen den europäischen Avantgarden und der US-amerikanischen Massenkultur. Die von Freitag an geöffnete Ausstellung „Moderne Zeiten“ konzentriert sich auf die Faszination für den amerikanischen Lebensstil der 1920er Jahre, sagte Archivleiter Rudolf Fischer am Donnerstag in Dresden. Anhand von Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin oder dem Jazz zeige sie auch kritische Stimmen, etwa an der kapitalistischen Massenproduktion und der Vorstellung vom „amerikanischen Traum“.
Zu sehen sind laut Fischer mehr als 150 Exponate aus der umfangreichen Sammlung des Dresdner Archivs der Avantgarden. Ergänzt werden diese von seltenen Experimentalfilmen. Druckerzeugnisse, Fotografien und Grafiken veranschaulichen den Zeitgeist der 1920er Jahre.
Künstler und Künstlerinnen gestalteten damals Zeitschriften, Flugblätter und Bücher, die vielfach gedruckt wurden, sodass Motive und Anliegen international Verbreitung fanden. Auch seltene Archivalien der US-amerikanischen Künstlerorganisation „Societé Anonyme Inc.“ werden gezeigt.
In drei Kapiteln präsentiert die Ausstellung bis Anfang August unterschiedliche Perspektiven, aber auch gemeinsame Blickwinkel künstlerischer Positionen auf beiden Kontinenten. Aus Europa wanderten zwischen 1900 und 1929, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, viele Künstler der Avantgarde in die USA aus. Umgekehrt weckten die Bewegungen des Dadaismus, Futurismus und Konstruktivismus reges Interesse in der US-amerikanischen Kunstszene.