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Ausstellung zum 100. Geburtstag von “Shoah”-Filmemacher Lanzmann

Das Jüdische Museum Berlin präsentiert das Audio-Archiv des französischen Journalisten Claude Lanzmann. Die Aufnahmen aus den 1970er Jahren zeigen, wie der Filmemacher das Verständnis des Holocaust weltweit prägte.

Zum 100. Geburtstag des französischen Journalisten und Filmemachers Claude Lanzmann (1925-2018) zeigt das Jüdische Museum Berlin eine Ausstellung über den Chronisten der Schoah. “Wir sind stolz darauf, dass wir das Audio-Archiv zu Lanzmanns weltberühmtem Dokumentarfilm ‘Shoah’ (1985) erstmals öffentlich zugänglich machen”, erklärte Direktorin Hetty Berg am Donnerstag. Die Ausstellung “Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen” ist ab Freitag bis zum 12. April zu sehen.

Die Aufnahmen dokumentieren die zahlreichen Gespräche, die Lanzmann und seine Mitarbeiterinnen in den 1970er Jahren während der mehrjährigen Recherchen vor Beginn der Dreharbeiten führten – mit Überlebenden, mit Tätern und mit Dritten. In der Ausstellung laufen auf Monitoren Transkriptionen und Übersetzungen aus den unterschiedlichen Sprachen mit, in denen die Gespräche geführt wurden.

Der Film “Shoah” habe international die Wahrnehmung des Massenmords an den europäischen Juden geprägt, so das Museum. Der Film ist 9 Stunden und 26 Minuten lang und enthält kein historisches Bildmaterial. Die Sammlung Lanzmann zählt seit 2023 gemeinsam mit “Shoah” zum Unesco-Weltkulturerbe.