Das Augsburger Diözesanmuseum Sankt Afra setzt seine Ausstellungsreihe "Farbe bekennen" fort. Gold ist nun an der Reihe. Die nächste Farbe steht auch schon fest.
Unter dem Titel "Das ist Gold wert" zeigt das Augsburger Diözesanmuseum Sankt Afra eine neue Sonderausstellung. Die Schau läuft vom 5. Dezember bis zum 1. Februar im Rahmen der Reihe "Farbe bekennen". Zum Auftakt war im Herbst "Schwarz sehen" präsentiert worden. Die neue Ausstellung beleuchtet laut Ankündigung in vier Sektionen die Bedeutung von Gelb und Gold im sakralen Kontext.
Erstens geht es demnach um Sonne, Mond und Sterne. Dabei werde zum Beispiel aufgeklärt, warum Monstranzen oft einen Strahlenkranz hätten und Jesus in Darstellungen seiner Geburt von Sonnenstrahlen umgeben sei. Zweitens widme sich die Schau der höheren Ehre Gottes: "Gold gilt als eines der wertvollsten Metalle der Erde. Wegen seiner Kostbarkeit, seiner Beständigkeit und seines Glanzes wurde es für all jene Gegenstände gewählt, die dazu dienten, Gott zu ehren." Deshalb seien liturgische Geräte vergoldet oder Gewänder mit Goldfaden gewoben sowie Bildhintergründe in Handschriften und Tafelbildern vergoldet worden.
Der dritte Bereich heißt "Gelbe Gaben - Gold, Weihrauch und Myrrhe". Die bekannten Geschenke der drei Weisen aus dem Morgenland für den neugeborenen Jesus seien allesamt von gelber Farbe und sehr kostbar: "In vielen Kulturen stehen diese Materialien im Zusammenhang mit kultischen Handlungen, so auch im Christentum. Wissbegierige können in dieser Sektion mehr über die reale und symbolische Bedeutung dieser Christus-Gaben erfahren."
Die vierte Sektion "Verräterisches Gelb - Heiliges Gold" befasst sich auch mit negativen Aspekten: "So wird Judas Iskariot, der Jesus verraten hat, seit gotischer Zeit mit einem gelben Gewand dargestellt. Gelb steht für Verrat und Geldgier, aber auch für die Stigmatisierung von Juden, die sich unter anderem darin zeigt, dass seit dem 15. Jahrhundert die Kleidung von Juden durch einen gelben Ring oder Fleck gekennzeichnet werden musste." Demgegenüber stehe Gold als ein Sinnbild für die Ewigkeit und Allmacht Gottes für alles, was man als heilig erachtet habe.
Als Folgetitel in der Farb-Ausstellungsreihe ist vom 17. April bis 18. Juni 2026 "Eine weiße Weste haben" geplant. Zum Abschluss soll es vom 17. Juli bis 20. September 2026 um Rot gehen.