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Ausstellung in Aachen zeigt bewegliche religiöse Skulpturen

Fahrbare Palmesel und Kruzifixe mit schwenkbaren Armen: Die Ausstellung “Praymobil” in Aachen zeigt bewegliche religiöse Skulpturen des Mittelalters – und die Tricks, Illusionen zu erzeugen.

Bewegliche religiöse Skulpturen des Mittelalters zeigt das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum in einer neuen Ausstellung. Unter dem Titel “Praymobil” präsentiert das Haus ab Samstag 80 Werke aus 8 Ländern, die in Prozessionen, Andachten und religiösen Spielen verwendet wurden. Ob Christus auf einem fahrbaren Palmesel, ein Kruzifix mit beweglichen Armen oder ein Christkind, das “geboren” werden kann – solche Werke erzeugten mit einfachen Mitteln verblüffende Illusionen von Lebendigkeit, hieß es bei der Vorstellung der Schau am Donnerstag. Sie ist bis 15. März 2026 zu sehen.

“Der Titel Praymobil spielt bewusst mit der Doppeldeutigkeit von Gebet (pray) und Bewegung (mobil)”, sagte Museumsdirektor Till-Holger Borchert. “Er soll neugierig machen und zeigt: Diese Figuren waren keine starren Bilder, sondern handelnde Akteure in einer religiösen Inszenierung.”

Kurator Michael Rief erklärte: “Die Lösungen, die mittelalterliche Werkstätten für Bewegung fanden, sind oft erstaunlich raffiniert – Seilzüge und Scharniere funktionieren bis heute.” Zugleich enthülle die Ausstellung, dass nicht alle “Wunder” wie Tränen oder Blut echt gewesen seien, sondern ein einträgliches Geschäft.