In Erfurt zeigt eine Ausstellung das Schicksal der “Zwangsarbeit im Nationalsozialismus”. Die historischen Zeugnisse geben auch einen Ausblick auf das neue Museum zu dem Thema.
Politiker und Besucher im Thüringer Landtag werden in den kommenden Wochen verstärkt an das Leiden von NS-Zwangsarbeitern erinnert. Bis zum 5. März ist dort die Ausstellung “Zwangsarbeit im Nationalsozialismus” zu sehen, wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am Donnerstag in Erfurt mitteilte. Anhand historischer Fotos zeigt die Schau, unter welchen Umständen verschleppte Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern wie Frankreich und Polen vom Nazi-Regime während des Zweiten Weltkriegs ausgebeutet wurden.
Rund 20 Millionen Menschen waren als Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft, auf Baustellen und in Privathaushalten im Einsatz. Dadurch kamen sie auch mit der deutschen Bevölkerung in Kontakt. Die Präsentation wurde von der Weimarer Künstlerin Anke Heelemann in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landtag und der Stiftung erstellt.
Laut den Organisatoren soll sie zugleich einen Ausblick auf das neue Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus geben. Dieses wird am 8. Mai im ehemaligen Gauforum in Weimar eröffnet. Dazu soll es kleine Aktionen im öffentlichen Raum Thüringens geben. Demnach sollen etwa Hinweisschilder in Bussen, auf Parkbänken und in Gaststätten Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, im heutigen Alltag sichtbar machen.
Mit der Präsentation im Thüringer Landtag ist ab Freitag auch die Website des künftigen Museums online: www.museum-zwangsarbeit.de.