Eine neue Sonderausstellung im Braunschweiger Herzog Anton Ulrich-Museum stellt mit illuminierten Porträts Macht und Gewalt in den Mittelpunkt. Verborgenen unter der glänzenden Fassade der Macht zeigten sich Willkür, Rechtsbeugung und Machtmissbrauch, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. Die Ausstellung „True Crime Cast. Macht und Gewalt im Portrait“ ist ab Freitag bis zum 24. August zu sehen.
Insgesamt 27 prunkvolle grafische Werke der Renaissance und des Barock zeigten nicht nur Macht und Einfluss, sondern auch das politische Wirken der Dargestellten „in einer Welt voll Intrigen, Gewalt und Verbrechen“, hieß es. Die Bilder stammen aus der Sammlung des Amsterdamer Anwalts Laurens van Hem (1621-1678). Zu sehen seien berühmte Herrschende, Geistliche und Künstler, die mit ihrem Handeln Geschichte schrieben.
Die Protagonisten, darunter auch Ludwig der XIV, der „Sonnenkönig“ (1638-1715), seien in kostbaren Roben dargestellt, oft auch als goldschimmernde Heilige. „In ihrer Zeit brachte man ihnen Respekt, manchen gar öffentliche Verehrung entgegen und widmete ihrem Ansehen und Fortleben diese kostbaren Porträts“, sagte Sprecherin Tassia-Aimée Haase. Auch der Papst Pius V. (1504-1572), der die katholische Kirche reformierte und brutal gegen Andersgläubige vorging, zählt zu den Porträtierten.