Mit einem mobilen Alarmsystem sollen Mitarbeitende im Außendienst der bayerischen Justiz besser vor Übergriffen geschützt werden. „Im Notfall ist es wichtig, schnell und unbemerkt Hilfe herbeirufen zu können“, sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Donnerstag bei der Vorstellung. Mit speziellen GPS-Notrufgeräten oder per Smartphone-App könne künftig unauffällig per Tastendruck Alarm ausgelöst werden. Notruf und Standortdaten würden dann unverzüglich an die Polizei weitergeleitet.
Hintergrund ist, dass die Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz im Außendienst zunehmen, teilte das Ministerium mit. Viele Mitarbeitende der Justiz kämen außerhalb der gesicherten Justizgebäude mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen in Kontakt, sagte Eisenreich. Das seien etwa Bewährungshelfer, Gerichtsvollzieher oder auch Betreuungsrichter, die außerhalb der Dienstsitze Aufgaben wahrnehmen müssen. „Dabei kann es auch zu Konflikten kommen“, sagte der Justizminister laut Mitteilung.
Allein von Juli 2022 bis Juli 2023 habe es bayernweit im Geschäftsbereich des Justizministeriums 541 Gewaltvorfälle gegeben, erläuterte der Minister: „Das nehmen wir in Bayern nicht hin.“ Bei den Vorfällen – die den Innen- und Außendienst betrafen – ging es hauptsächlich um den Vorwurf der Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung oder Bedrohung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gerichte und Staatsanwaltschaften beziehungsweise des Justizvollzugs. (3738/27.11.2025)