Das Rechercheteam der „Augsburger Allgemeinen“ erhält am 1. Dezember den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Es werde mit dem mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis für die Berichterstattung über einen mutmaßlichen Folter-Skandal in der JVA Augsburg-Gablingen ausgezeichnet, teilte die Zeitung am Dienstag mit. Laut Jurybegründung ist die Berichterstattung „herausragend, vorbildlich und deshalb auszeichnungswürdig“. Die Preisverleihung findet in Augsburg statt. Die Festrede hält der Soziologe und Vizepräsident der Ludwig-Maximilians-Universität München, Armin Nassehi.
Das Aufdecken des Skandals und das konsequente Dranbleiben habe die Jury ebenso beeindruckt wie das Bemühen der Redaktion, das Thema auf allen Kanälen und für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten, heißt es in der Jurybegründung weiter. Die Redaktion sei mit einem Filmteam bis ins Kosovo gereist sei, um einen ehemaligen Häftling zu interviewen. Erschwerend komme das Umfeld der Recherche hinzu: „Was kann man Häftlingen glauben?“ Dieses Problem habe die Redaktion mit sauberem Handwerk gelöst. Aussagen seien mit eidesstattlichen Erklärungen bestätigt, Angaben und Vorwürfe von weiteren Personen verifiziert worden.
Der zweite Preis (3.000 Euro) geht an die „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ für eine Reportage von Sophie Sommer über Kinderprostitution im Ruhrgebiet. Die „Freie Presse Chemnitz“ erhält für die Reportage von Anne Lena Mösken über die Hintergründe des Suizids eines Kommunalpolitikers den dritten Preis (1.500 Euro). Die Volontärinnen und Volontäre der „Mitteldeutschen Zeitung“ werden für eine Serie über den Ladenschluss in Innenstädten mit dem Sonderpreis für Volontärsprojekte (2.000 Euro) ausgezeichnet.
Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung vergibt seit 1980 ihren Deutschen Lokaljournalistenpreis. Ausgezeichnet werden Medienschaffende und Redaktionen, die Vorbildliches für den deutschen Lokaljournalismus geleistet haben. Insgesamt wurden diesmal 274 Beiträge eingereicht. (3614/18.11.2025)