Vor dem Hintergrund der Debatten über den Terroranschlag der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 und den Gaza-Krieg haben mehrere Stiftungen eine Rückkehr zu einem respektvollen Dialog gefordert. Die Stiftung Zukunft Berlin kritisierte am Donnerstag, Beschuldigungen seien oft an die Stelle des Zuhörens und Argumentierens getreten. Menschen würden an den Pranger gestellt und Diskussionsräume zerstört.
Gemeinsam mit der Maecenata-Stiftung und der Bürgerstiftung Neukölln veröffentlichte die Stiftung Zukunft Berlin einen Appell unter der Überschrift „Wir müssen anfangen, wieder miteinander zu reden“. Darin wird dazu aufgerufen, Menschen nicht aufgrund ihrer kulturellen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit politische Auffassungen zu unterstellen. Die Unterzeichner warnen davor, vorschnell politische Bekenntnisse einzufordern.
„Alle, denen das friedliche Zusammenleben in unserer freiheitlichen Demokratie am Herzen liegt, müssen sich für die Achtung der Menschenwürde, für Meinungsfreiheit und einen respektvollen Umgang mit den jeweils Andersdenkenden einsetzen“, heiß es in dem Aufruf. Eine Verrohung der Debattenkultur, Polarisierung und aggressiver sprachlicher Ausdruck lösten keine Probleme.
Der Vorstandssprecher der Stiftung Zukunft Berlin, Markus Dröge, beklagte, im jüdischen und im muslimischen Teil der Stadtgesellschaft sei die Angst gewachsen, sich offen und frei zu äußern. „Es muss jetzt dringend darum gehen, die Gesprächsfähigkeit miteinander zu bewahren beziehungsweise wiederherzustellen“, sagte der Berliner evangelische Altbischof.