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“Aufgemischt!” – Schau für schwäbische Künstlerin Hilda Sandtner

Sie war das zwölfte Kind eines Volksschullehrers. 1947 schaffte es Hilda Sandtner, an der Münchner Akademie der Bildenden Künste angenommen zu werden. Sie wurde zur Meisterschülerin und später zur Kunstprofessorin.

Das Werk der Zeichnerin, Textilkünstlerin und Glasmalerin Hilda Sandtner (1919-2006) steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung in der Zentralbibliothek der Universität Augsburg. Sandtner war die erste Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstpädagogik. Vom 10. Mai bis 21. Juli sind eine Auswahl von Werken und Sammlungsstücken zu sehen. Dazu kommen Arbeiten von Studierenden, die sich mit dem Schaffen der vielseitigen Künstlerin auseinandersetzen. So werde versucht, an deren breites Technik- und Gestaltungsrepertoire anzuknüpfen und dieses weiterzuentwickeln.

Sandtner ist laut Mitteilung in mehrfacher Hinsicht aktuell. Sie erkämpfte sich demnach als Frau einen Platz in einer Männerwelt, verknüpfte bildende mit angewandter Kunst, dachte nicht hierarchisch, sondern arbeitete und stellte mit ihren Studierenden auf Augenhöhe aus. Zugleich habe sie einen auf den Prozess und die Nachhaltigkeit ausgerichteten Lehransatz etabliert. Sandtner sei überzeugt gewesen, Erziehung zur Kunst sei Erziehung zum Frieden. Sie sammelte Textilien weniger auf ihren materiellen Wert hin als auf deren Anschauungscharakter. Nach ihrer Emeritierung setzte die Künstlerin ein Museum für ihre Sammlung in Mindelheim durch.