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Auf Spurensuche in Gera

Die argentinische Gastwissenschaftlerin Carolina Gutiérrez untersucht derzeit Fraß- und Trittspuren urzeitlicher Lebewesen in den Fossiliensammlungen des Naturkundemuseums Gera. Gerade in den Gesteinsformationen Ostthüringens seien vielfältige solcher Spuren bekannt, teilte die Stadtverwaltung Gera am Donnerstag mit. Das Museum für Naturkunde Gera bewahre zahlreiche Exemplare in seiner Sammlung auf.

Besonderes Augenmerk lege die Forscherin dabei auf versteinerte Fossilien der Gattung Dictyodora. Diese überlieferten Strukturen könnten auf Fraßspuren von frühzeitlichen Würmern oder Schnecken zurückgehen, so die Vermutung der Wissenschaft. Ähnliche Versteinerungen finden sich den Angaben zufolge auch in ihrer argentinischen Heimat.

Die Fossilien stammten zum Teil aus einer Zeit, in der die eurasischen und amerikanischen Landmassen noch in einem großen Superkontinent Pangäa miteinander verbunden waren. Vergleichende Analysen seien nützlich für Forschungen auf dem Gebiet der Evolution. In Begleitung eines Museumsmitarbeiters, dem erst vor wenigen Jahren aktuelle Funde des Fossils in Gera-Pforten gelangen, werde die Argentinierin während ihres Aufenthalts auch in der Region auf Fossiliensuche gehen.

Spurenfossilien, die in der Fachwelt Ichnofossilien genannt werden, bilden nicht die Lebewesen selbst, sondern ihre versteinerten Spuren im Gestein ab. Sie dokumentieren die Bewegungen eines Tieres, als es noch lebte. Die Art dieser Spuren kann Trittsiegel, Weidespuren, Fressspuren, Wohnspuren oder sogar Raubspuren umfassen.