Der Westflügel von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt erhält ein provisorisches Dach aus Aluminiumblechen. Die Sicherungen an der schadhaften Schiefereindeckung verhinderten, dass weiter Regen in das Dach eindringe, teilte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Eigentümerin der Immobilie am Montag vor Ort mit. Auch der darunter liegende Festsaal und die Prunkräume sollten durch diese vorgezogene Maßnahme bis zum Beginn der eigentlichen Dachsanierung vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Bisher habe sich die Schlossverwaltung mit Eimern und Folien beholfen. Das Ausmaß der Schäden sei bei Voruntersuchungen für die geplante Dachsanierung am Nord- und Westflügel von Schloss Heidecksburg festgestellt worden. Die eingesetzten Alubleche verschlössen dabei vorübergehend größere Lücken. Anschließend werde das gesamte Dach am Westflügel mit neuem Schiefer eingedeckt.
Die Arbeiten seien Bestandteil des Sonderinvestitionsprogramms der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Dieses habe ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen im Freistaat umgesetzt werden. Finanziert werde das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen. Auf Schloss Heidecksburg entfallen Sanierungsarbeiten in einem Gesamtvolumen von 21,7 Millionen Euro.
Das Schloss ist die ehemalige Residenz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Es zählt zu den prachtvollsten Barockschlössern des 18. Jahrhunderts. Mit jährlich über 100.000 Besucherinnen und Besuchern ist die Anlage eines der beliebtesten Reiseziele in Thüringen.