Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck startet das Ausstellungsjahr 2026 mit der ersten großen Retrospektive zu Günther Ueckers Schaffen nach dessen Tod im vergangenen Jahr. Unter dem Titel „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“ werden vom 8. Februar bis zum 14. Juni Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen sein, wie das Museum ankündigte. An der Ausstellung hatte der 1930 geborene Künstler noch persönlich mitgewirkt.
Insgesamt werden laut Museum 45 Werke aus sieben Jahrzehnten gezeigt – von frühen Nagelobjekten über kinetische Installationen bis zu späten Serien, die Ueckers spirituelle Haltung und sein humanistisches Weltbild spiegeln. Der Künstler sei dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden gewesen, erklärte das Museum. Das Nagelrelief „Bett zum Aufwachen“ (1965) befindet sich in der Museumssammlung. Der performative Film „Die Treppe“ (1964) zeige Uecker, wie er „Bahnhofsvorplatz und -gebäude Nagel für Nagel erobert“.
Günther Uecker wurde am 13. März 1930 in Wendorf in Mecklenburg-Vorpommern geboren und starb am 10. Juni 2025 im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf. Er studierte zunächst Malerei in Wismar, ging 1953 nach Westberlin und kam 1955 nach Düsseldorf, wo er an der Kunstakademie bei Otto Pankok sein Studium fortsetzte. 1961 schloss er sich der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Gruppe „Zero“ an. Von 1974 bis 1995 unterrichtete er als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern.