Das Museum Folkwang in Essen erhält den Vorlass des Fotografen Timm Rautert. Dieser umfasse nahezu das gesamte Werk des Künstlers, teilte das Museum am Freitag in Essen mit. „Sein beeindruckendes fotografisches Schaffen und seine Lehrtätigkeit haben die deutsche Fotografie nachhaltig geprägt“, erklärte Museumsdirektor Peter Gorschlüter. Sein Werk verbinde dokumentarische Genauigkeit mit konzeptueller Tiefe und reiche von frühen experimentellen Ansätzen bis zu zeitgenössischen Reflexionen über das Medium selbst.
Das Archiv Timm Rautert beinhaltet den Angaben zufolge rund 9.000 Prints, zumeist in Serien, und umfangreiche Mappenwerke, weit mehr als 50.000 Diapositive sowie Raum- und Videoinstallationen von den 1960er-Jahren bis heute. Darüber hinaus umfasse die Schenkung die gesamten Negative inklusive 6.500 Kontaktabzüge, die gesammelten Veröffentlichungen, Bücher, Korrespondenzen, Arbeitsmaterialien, Ausstellungsdokumentationen und weitere zeithistorische Dokumente.
Der erhaltene Bestand repräsentiere das komplexe Lebenswerk Rauterts von der Studienzeit bei Otto Steinert über frühe Reisen nach Japan und New York, die Arbeit als Fotojournalist für das Zeitmagazin und Buchprojekte bis zu zahlreichen Künstlerporträts, hieß es.
Rautert, 1941 im heute zu Polen gehörenden Tuchel geboren, studierte von 1966 bis 1971 Fotografie an der Folkwang Schule für Gestaltung in Essen. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete er vorwiegend als Fotojournalist, unter anderem für das Zeitmagazin, Geo und Merian. Von 1993 bis 2007 lehrte er als Professor für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.