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Arche-Gründer Siggelkow: Kinderarmut nimmt zu – Staat tut zu wenig

Vor 30 Jahren gründete Bernd Siggelkow das Kinder- und Jugendhilfswerks “Die Arche”. Inzwischen ist es bundesweit tätig. Zum Jubiläum geht er mit der Politik hart ins Gericht. Ein Ende der Kinderarmut ist nicht in Sicht.

Der Gründer und Leiter des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks “Die Arche”, Pastor Bernd Siggelkow, wirft Deutschland Versagen beim Thema Kinderarmut vor. “Wir merken, dass es immer mehr Bedürftigkeit gibt. Das ist erschreckend, denn eigentlich sollte die Tendenz der Kinderarmut abnehmen”, sagte er im Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Die vor nun 30 Jahren gegründete “Arche” verzeichne in ihren bundesweit 35 Einrichtungen rund 11.000 Tagesbesucher, 1.000 mehr als noch vor einem Jahr.

Siggelkow zufolge braucht es in Deutschland fünf Generationen, um aus Armut herauszukommen. Er warf dem Staat vor, zu wenig in die Bildung von Kindern zu investieren. So verfestige und vererbe sich Armut: “Wir ziehen sozusagen die nächste Generation von armen Menschen heran, also von finanziell armen Menschen.”

Siggelkow gründete die “Arche” 1995 in Berlin. Dort erhalten Kinder eine warme Mahlzeit, Hilfe bei den Hausaufgaben, Kleidung und Freizeitangebote. Am Nachmittag findet ein Festakt zum Jubiläum statt.