Arbeitsmarktforscher sieht Deutschland in “Erneuerungskrise”

Ökonom Enzo Weber warnt: Deutschland steckt in einer „Erneuerungskrise“. Innovation und neue Jobs entstehen zu langsam – auch in Zukunftsfeldern wie KI und Energiewende.
Arbeitsmarktforscher sieht Deutschland in “Erneuerungskrise”
Ökonom Enzo Weber ruft zu Qualifizierung und flexibleren Arbeitsmodellen auf, um die Wirtschaft für die Zukunft zu stärken (Symbolbild)
Imago/Westend61

Der Nürnberger Arbeitsmarktforscher Enzo Weber bescheinigt Deutschland eine „Erneuerungskrise“. Im Interview mit dem Deutschlandfunk bemängelte der Forschungsbereichsleiter vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Arbeitsagentur zu wenig Bewegung in aufstrebenden Bereichen wie Künstliche Intelligenz. Auch entstünden zu wenig neue Jobs.

Weber plädierte für „wirklich umfangreiche Unterstützungspakete“ aus Beratung, Vermittlung und Qualifizierung, um Beschäftigte aus anderen Branchen für die KI oder die Energiewende zu gewinnen.

Ökonom: Frühverrentungen als Risiko für den Arbeitsmarkt

Der Ökonom sprach sich auch für mehr Flexibilität bei Risikoprojekten aus: Investoren sollten wie Start-ups in den ersten Jahren auf befristete Arbeitsverträge setzen können, „ohne den Kündigungsschutz über Bord zu werfen“.

Kritisch äußerte sich Weber zu Frühverrentungen: „Das können wir uns mit unserer demografischen Schrumpfung nicht leisten“, sagte er. Der Ökonom schlug vor, wer mit Abfindungen ein Unternehmen verlasse, solle diese Geldzahlung sofort versteuern, aber steuerlich absetzen können, wenn er oder sie anschließend weiter arbeite. „Das würde tatsächlich den besten Anreiz bringen“, unterstrich Weber. 

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