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Arbeitnehmerkammer fordert Schutz vor Übergriffen in Betrieben

Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat die Landesregierung aufgefordert, Beschäftigte im Arbeitsalltag wirksam vor Belästigung und sexualisierter Gewalt zu schützen. In den meisten Betrieben fehle es an klaren Strukturen, um derartige Risiken einzudämmen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, Peer Rosenthal, am Mittwoch in Bremen: „Ein Betrieb, der sexuelle Belästigung nicht ernst nimmt, gefährdet die Gesundheit seiner Beschäftigten und verletzt seine Fürsorgepflicht“, betonte er. Prävention dürfe kein freiwilliges Angebot bleiben, sondern müsse verbindlicher Teil des Arbeitsschutzes werden.

Laut Rosenthal greifen die bestehenden Gesetze zu kurz, sodass Betroffene oft allein da stünden. Trotz klarer Verpflichtungen gebe es Schutzlücken in Betrieben und der Verwaltung. Studien zeigten, dass nur wenige Betriebe Beschwerdestellen oder Schulungen etabliert haben. „Viele kennen ihre Pflichten gar nicht.“ Eine Aufsicht und Kontrolle durch die Behörden finde kaum statt.” Besonders häufig betroffen seien Frauen in Pflege, Bildung, Sozialarbeit, aber auch im Einzelhandel, der Gastronomie und dem Verkehrswesen.

Rosenthal mahnte eine zentrale und überbetriebliche Ansprech- und Beratungsstelle für Fälle sexualisierter Belästigung an. Auch Unternehmen sollten Zugang zu Beratung und Hilfen zur Prävention und zum Umgang mit Gewaltfällen erhalten. Außerdem müssten Aufsichtsbeamte entsprechend geschult werden.