Aktuelle Entwicklungen in arabischer und persischer Typografie präsentiert von Freitag (26. April) an die Ausstellung „Innere Strukturen – Äußere Rhythmen: Zeitgenössisches arabisches und persisches Grafikdesign“ im Museum für Kunst & Gewerbe (MK&G) Hamburg. Die bis zum 22. April 2025 zu sehende Schau zeige arabisches und persisches Grafikdesign als gleichberechtigte Strömungen, die einander inspirieren und einen bedeutenden Beitrag zum globalen Designdiskurs leisten, teilte das MK&G mit.
Ausgangspunkt sei die Idee, dass die 28 arabischen und die daraus abgeleiteten 32 persischen Buchstaben eine innere Struktur bilden, die sie als verwandte Schriften zusammenhält. Zugleich folgten sie einem äußeren Rhythmus, der von Musik, Poesie, kulturellen Dynamiken und der Kraft politischer Bewegungen bestimmt wird, hieß es. Trotz religiöser, sprachlicher, ethnischer, politischer und gesellschaftlicher Unterschiede in der Region Südwestasien und Nordafrika (Swana-Region) dienten die arabischen und persischen Schriftsysteme als verbindende Elemente über nationale Grenzen hinweg.
Die Schau zeigt Plakate, Videos, Animationen, Murals, Installationen, Bücher und Schriftarten von 33 Designerinnen, Designern und Studios aus der Swana-Region und der Diaspora. Gegliedert ist sie in vier Gestaltungsthemen.
Unter dem Thema „Jenseits der Kalligrafie“ gibt es laut MK&G Werke zu sehen, die die Grenzen der arabischen und persischen Schrift mit unkonventionellen Schriftgestaltungen ausloten. So gestaltet Lara Assouad beispielsweise modulare Buchstaben, die auf Geometrie und frühe arabische Kalligrafie zurückgreifen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der „Poesie und Musik – Visualisierung von Rhythmus“. Die Analogie zwischen Schrift und Rhythmus zeigt sich beispielhaft in den Arbeiten des Grafikdesigners Reza Abedini, der die iranische Grafikdesignszene in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich geprägt hat.
Die innovativen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte sind eng mit der Bedeutung von arabischer und persischer Schrift als Medium im politischen Protest verbunden. So gestaltet die Grafikdesignerin Bahia Shehab in ihren Wandbildern ungewöhnliche Buchstabenformen zu universell anmutenden, politisch motivierten Botschaften wie „I will dream“.
Unter dem Thema Design für Kultur und Kunst präsentiert das MK&G Designerinnen, Designer und Studios, die die lebendige Kultur- und Kunstszene in der Swana-Region mitgestalten. Verschiedene Arbeiten wie Poster und Bücher von Studio Kargah aus Teheran, Studio Safar aus Beirut und Kemistry Design aus Dubai erschienen im globalen Designdiskurs als visuelle Botschafter der dortigen Kultur- und Kunstszene, hieß es.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit der 2004 in Amsterdam gegründeten Khatt Foundation entstanden. Die gemeinnützige Kulturinstitution setzt sich für die Förderung des zeitgenössischen Grafikdesigns ein und fungiert als Netzwerk und Plattform für Designerinnen und Designer aus der Swana-Region. Kuratorin der Schau ist die Grafikdesignerin, Wissenschaftlerin und Khatt-Gründungsdirektorin Huda Smitshuijzen AbiFarès.