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Antisemitismusbeauftragter vermutet Täter in linker Szene

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Büttner will sich von Bedrohungen und dem Anschlag nicht einschüchtern lassen. Antisemitismus dürfe nicht hingenommen werden, betont er.

Andreas Büttner (Die Linke) äußert sich zu den antisemitischen Vorfällen gegen ihn
Andreas Büttner (Die Linke) äußert sich zu den antisemitischen Vorfällen gegen ihnImago / Christian Spicker

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner vermutet den oder die Verantwortlichen für den Brandanschlag in der linken Szene. Rund 90 Prozent der gegen ihn gerichteten Drohungen in den sozialen Medien kämen von linken, antikolonialen Theorie-Kreisen, sagte Büttner dem Berliner Tagesspiegel: „Ich würde davon ausgehen, dass die Täter aus dieser Ecke kommen.“ Andererseits könne „jeder so ein Dreieck irgendwo hinmalen“.

Hamas-Dreiecke bei Anschlag: Antisemitismusbeauftragter äußert sich

Auf Büttners Grundstück in Templin wurde ein Brandanschlag verübt und am Wohnhaus ein rotes Hamas-Dreieck angebracht worden. Die Ermittlungen dazu hat inzwischen die brandenburgische Generalstaatsanwaltschaft übernommen. Anschließend ging eine Morddrohung gegen ihn im Landtag ein, die ebenfalls ein Hamas-Dreieck enthielt. Damit markiert die islamistische Terrororganisation Ziele. Die Hamas-Dreiecke wurden auch bei propalästinensischen Protesten verwendet.

Büttner betonte, er habe eine klare Meinung und lasse sich diese nicht verbieten. Dies rege auch zu Widerspruch an. Er sehe jedoch nicht ein, sich „von solchen Leuten verschrecken zu lassen“, sagte er: „Der Angriff auf mich ist am Ende ja auch ein Angriff auf demokratische Institutionen.“ Die Täter dürften damit nicht durchkommen.

Büttner betont Verantwortung der Gesellschaft gegen Hass

Auch wenn die Mehrzahl antisemitischer Straftaten von Rechtsextremen begangen werde, wachse auch in islamistischen und linken Kreisen der Antisemitismus, sagte Büttner: „Und selbst in der Mitte der Gesellschaft.“ Dies dürfe nicht hingenommen werden. Er erwäge deshalb auch, in Geflüchtetenunterkünften Veranstaltungen zu machen.