Die Evangelische Landeskirche Anhalts unternimmt einen neuen Versuch zur Wahl eines Kirchenpräsidenten. In einer nicht öffentlichen Sitzung der Landessynode am Freitagabend beschlossen die Kirchenparlamentarier, das Verfahren wieder aufzunehmen. Wie die Landeskirche dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte, soll die Wahl des oder der Leitenden Geistlichen noch vor dem Zusammentreten der neuen Synode im Frühjahr 2024 stattfinden.
Bei einer Sondersynode Ende September war die Wahl im ersten Anlauf gescheitert. Keiner der beiden Kandidaten, Birgit Neumann-Becker und Georg Neugebauer, erhielt die notwendige Stimmenzahl der Synodalen. Der bisherige Kirchenpräsident Joachim Liebig ist seit 2008 im Amt und tritt zum 1. März 2024 in den Ruhestand.
Die Synode ist das Parlament der Landeskirche und besteht aus 41 Mitgliedern. Das zweitägige Treffen hatte am Freitag in Bernburg begonnen und wird am Samstag mit der Abstimmung über den Haushalt fortgesetzt. Der Haushaltsentwurf für 2024 sieht den Angaben zufolge Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 19,02 Millionen Euro vor gegenüber 18,34 Millionen Euro für 2023.
Die Finanzdezernentin der Landeskirche, Oberkirchenrätin Franziska Bönsch, hatte am Freitag ein Gutachten vorgestellt, nach dem die Landeskirche ab 2025 mit einem Haushaltsdefizit rechnen muss. Das Papier geht unter anderem von sinkenden Kirchensteuereinnahmen sowie steigenden Personalkosten aus.
Die anhaltische Landeskirche hat aktuell rund 26.250 Mitglieder. Sie ist die kleinste der 20 Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).