Erstmals erhält mit der Berliner Künstlerin eine Ostdeutsche die renommierte Auszeichnung. Sie wird für eine weite Interpretation von Skulptur geehrt. Zum Preis gehört eine Ausstellung in Heilbronn.
Die Berliner Künstlerin Andrea Pichl hat den Ernst-Franz-Vogelmann-Preis für Skulptur gewonnen. “Ihre Arbeiten machen den Bedeutungswandel des öffentlichen und privaten Lebens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung erfahrbar”, teilte die Jury in ihrer am Mittwoch in Heilbronn veröffentlichten Begründung mit.
Pichl arbeite mit einem weitgefassten Begriff von Skulptur und beziehe Architektur, Stadtplanung, Installation und Fotografie ein. “Ihre Werke untersuchen und kommentieren die fragwürdige Ästhetik und den ideologischen Hintergrund standardisierter Bauformen”, so die Jury.
Zuletzt zeigte das Gegenwartskunstmuseum Hamburger Bahnhof ihre Werke. Pichl verfremdet in ihren Skulpturen beispielsweise typische Kiosk-Architektur, indem sie Gitter und schwere Stahltüren verbaut.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 30.000 Euro verbunden. Außerdem wird es eine eigens konzipierte Ausstellung in der Vogelmann-Kunsthalle Heilbronn geben. Die Schau soll in einem Jahr, im April 2026 beginnen.
Benannt ist die Auszeichnung nach dem 2003 verstorbenen Heilbronner Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Franz Vogelmann. Der Preis wird seit 2008 alle drei Jahre vergeben. Die bisherigen Preisträger sind: Roman Signer, Franz Erhard Walther, Thomas Schütte, Richard Deacon, Ayse Erkmen und Gregor Schneider. Pichl ist die erste Künstlerin aus Ostdeutschland, die die Auszeichnung erhält.