In Zusammenarbeit mit filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission gibt die KNA Tipps zu besonderen TV-Filmen:
2013 machte der spanische Regisseur Rodrigo Sorogoyen mit seinem Film “Stockholm” international auf sich aufmerksam. Dieser kreiste um einen jungen Mann und eine junge Frau, beide namenlos, und deren Weg vom Kennenlernen auf einer Party über einen langen Fußweg durch Madrid bis zur Wohnung des Mannes. Die überraschenden Tonartwechsel und die Balance zwischen Verzauberung und Ernüchterung zeichneten “Stockholm” aus, und nachdem Sorogoyen zwischenzeitlich mit furiosen inszenierten Filmen (“Wie wilde Tiere”) sein Renommee steigern konnte, knüpft er mit einer zehnteiligen Serie an diesen Anfangserfolg an.
“Ana und Oscar” zeigt eine Liebesgeschichte in den Silvesternächten zwischen 2015/16 und 2024/25, jede Folge spielt jeweils ein Jahr später als die vorherige. Auch hier sind die Schauplätze vor allem Partys, die neben dem Jahreswechsel auch mit einem Doppelgeburtstag zusammenhängen.
Ana (Iria del Rio) und Oscar (Francesco Carril) sind am Jahresübergang 1985/86 mit nur wenigen Minuten Abstand voneinander geboren. In der ersten Folge hat Ana an ihrem 30. Geburtstag noch keinen festen Platz im Leben und erwägt, eine Stelle in Kanada anzunehmen; Oscar dagegen hat als Arzt und mit einer On-Off-Beziehung bereits klarere Verhältnisse. Dem Kennenlernen folgt eine erste gemeinsame Nacht, an die beide in den folgenden Jahren anknüpfen. Sie gehen eine Beziehung ein, die später wieder zerbricht, sie aber nie endgültig entzweit. Ana bekommt ein Kind von einem anderen Mann und eröffnet ein eigenes Restaurant, während sich auch in Oscars Leben einige Veränderungen abspielen.
Sorogoyen und seine Co-Autorinnen Sara Cano und Paula Fabra entwickeln die Folgen über lange, auf Natürlichkeit setzende Dialogpassagen, in denen sich die Beziehung spiegelt, über die aber auch generelle Aussagen über die existenzielle Unsicherheit von Spaniern im letzten Jahrzehnt getroffen werden. Viele Folgen setzen auch auf lange Kamerafahrten (die letzte ist in einem einzigen Take gedreht) und hintergründigen Musikeinsatz, so dass die Serie trotz der nicht ausbleibenden Wiederholungen nie den Eindruck von Stagnation erweckt.
Arte zeigt am 20. und 27. November jeweils fünf Folgen am Stück, die aber auch in der Mediathek individuell geschaut werden können.