Stockholm (epd). In Stockholm sind am Mittwochabend die sogenannten Alternativen Nobelpreise verliehen worden. In einer live im Internet übertragenen Zeremonie erhielten die ghanaische Ärztin Eunice Brookman-Amissah, die Umweltaktivistin Phyllis Omido aus Kenia, die kambodschanische Naturschutzorganisation Mother Nature Cambodia und die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée für ihr Engagement die Auszeichnung, die offiziell „Right Livelihood Awards“ heißt. Alle Preisträgerinnen und Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung hätten gemeinsam, dass sie sich mit ihren persönlichen Mitteln einem Kampf gestellt und so wirkliche Veränderung bewirkt hätten, sagte das Jury-Mitglied Joshua Castellino.
Seit 1980 vergibt die Right-Livelihood-Stiftung den gleichnamigen Preis an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich erfolgreich für Frieden, Nachhaltigkeit und eine gerechtere Welt einsetzen. Der diesjährige Ehrenpreis wurde der Medizinerin, Aktivistin und ehemaligen ghanaischen Gesundheitsministerin Eunice Brookman-Amissah verliehen, die sich seit Jahrzehnten für den Zugang zu sicheren Abtreibungen in Afrika einsetzt. Die Organisation SOS Méditerranée mit Sitzen in Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz wurde für die Rettung von mehr als 38.500 Geflüchteten aus dem Mittelmeer ausgezeichnet. Die Geschäftsführerin des Schweizer Büros von SOS Méditerranée, Caroline Abu Sa’da, nahm den Preis in Stockholm entgegen.
Zwei weitere Preise würdigen den Einsatz für Umweltschutz. Die Kenianerin Phyllis Omido erkämpfte die Schließung einer Batterie-Schmelzanlage in der Hafenstadt Mombasa und ist seitdem als Umweltaktivistin bekannt. In Kambodscha ist die Jugendorganisation Mother Nature Cambodia laut der Jury trotz staatlicher Repression die wichtigste Stimme für Umweltrechte in dem südostasiatischen Land. Nach Bekanntwerden der Auszeichnung Anfang Oktober hatte ein Gericht drei Mitgliedern der Gruppe zunächst untersagt, für die Preisverleihung auszureisen. Am Mittwoch waren in Stockholm nun drei andere Vertreterinnen und Vertreter anwesend.
„Right Livelihood Award“ heißt übersetzt etwa „Preis für die richtige Lebensweise“, und ist mit einer Million Schwedische Kronen (rund 88.000 Euro) für jede Preisträgerin und jeden Preisträger dotiert. Er wurde von dem deutsch-schwedischen Philatelisten und Publizisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Geehrten gehören der kongolesische Gynäkologe und Frauenrechtler Denis Mukwege, die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und zuletzt 2022 die ukrainische Menschenrechtsverteidigerin Oleksandra Matwijtschuk.