Alte Handys in Schublade – Recycling ist bessere Wahl

In deutschen Schubladen schlummern Millionen alter Handys – und damit wertvolle Rohstoffe. Warum Recycling Umwelt und Klima schützt, erklärt eine Expertin der Verbraucherzentrale.
Alte Handys in Schublade – Recycling ist bessere Wahl
Handy-Recycling spart Ressourcen und schützt das Klima, sagt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Imago / Funke Foto Services

Rund 195 Millionen alte Handys bleiben laut Digitalverband Bitkom in deutschen Haushalten in der Schublade liegen. Dabei enthalten sie wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und seltene Erden, deren Abbau Umwelt und Klima belastet. Kathrin Bartsch, Rechtsexpertin und Referentin für Digitales der Verbraucherzentrale Niedersachsen, gibt Tipps, wie mit dem nicht mehr genutzten Handy umgegangen werden sollte.

Handy-Recycling trägt zur Kreislaufwirtschaft bei

Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen können durch das Recyceln der ungenutzten Handys aus dem Elektroschrott wichtige Rohstoffe zurückgewonnen werden. Handys enthielten 60 verschiedene Rohstoffe, unter anderem Gold, Silber und Kupfer. Wer sein Handy richtig recycelt, bringe diese Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurück, heißt es auf der Website.

Sobald ein neues Handy angeschafft wird, sollte geschaut werden, ob das alte möglicherweise weiter verwertet werden kann, empfiehlt Katrin Bartsch von der Verbraucherzentrale in Hannover. Sofern noch Softwareupdates verfügbar seien, könne das Gerät weiter genutzt werden. Meist muss laut Bartsch ein Handy noch fünf Jahre nach dem letzten Verkauf des jeweiligen Modells Updates erhalten. Die Expertin rät, Mobilfunkgeräte in einem guten Zustand an Familienmitglieder weiterzugeben, die sich über ein gebrauchtes Handy freuen.

Wenn keine Updates mehr verfügbar sein sollten, könne das Smartphone noch als Navi fürs Fahrradfahren genutzt werden, da das GPS noch funktioniere. Der Speicher des Geräts könne auch für Musik oder Hörbücher genutzt werden, rät Bartsch. Sobald es keine Updates mehr gebe, sollten jedoch keine Apps zum Beispiel für das Online-Banking genutzt werden, da dann die Gefahr einer Sicherheitslücke bestehen könne, sagt sie.

Handy-Recycling: Märkte sind zur Rücknahme verpflichtet

Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen kann das alte Handy bei allen Geschäften für Elektro- und Elektronikgeräte ab mindestens einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern zurückgegeben werden. Elektronikfachmärkte seien verpflichtet, Handys zurückzunehmen. Auch kommunale Sammelstellen nähmen Althandys entgegen, sowie einige Discounter, Supermärkte und Drogeriemärkte. Ab einer Marktfläche von mindestens 800 Quadratmetern sei es seit Juli 2022 möglich, Handys dort abzugeben. Ausschlaggebend sei, dass mehrmals im Jahr Elektrogeräte im Sortiment angeboten werden.

Auch gemeinnützige Organisationen freuen sich den Angaben zufolge über funktionierende, gebrauchte Handys. Diese würden oft ins Ausland geschickt, dorthin, wo sich die Menschen keine Neugeräte leisten könnten, heißt es auf der Website des Bundesverbandes. Auch im Online-Handel könne das alte Handy nach Anforderung eines Rücksendeetiketts zurückgeschickt werden.

Handy-Recycling beginnt mit dem Schutz persönlicher Daten

Bevor ein Handy an andere, zum Recyceln, Spenden oder Verkaufen gegeben wird, rät Katrin Bartsch dazu, persönliche Daten, wie Bilder, Dokumente und Videos auf Festplatten zu sichern. Ein Backup vom gesamten Handy sollte erstellt werden. Danach sollten die SIM-Karte sowie die Speicherkarte aus dem Gerät entfernt werden. Das Handy sollte auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Bei einem Android Telefon sei es wichtig, das Löschen der Google-Konten zu veranlassen.

Bei aktuellen Android- sowie Apple-Geräten sei eine Verschlüsselung der Daten bereits im System verankert. Dadurch sollte es Dritten nicht möglich sein, Daten wiederherzustellen, sagt Bartsch. Wer sich nach diesen Schritten weiterhin unsicher sei, ob seine persönlichen Daten gelöscht sind, könne sein Handy für einige Stunden eine weiße Wand oder Tischplatte filmen lassen und es danach nochmals auf Werkseinstellungen setzen. Nach diesem Vorgang sollten keine Daten mehr auf dem Gerät zu finden sein.

Datenspuren beim Handy-Recycling vermeiden

Sobald ein Handy weggelegt wird, empfiehlt Bartsch, es noch einmal auf Datenrückstände zu überprüfen. Auch nach einem Übertrag ist es nach seinen Worten möglich, dass noch Daten auf dem alten Handy verbleiben. Das Handy sollte gleich in die Weiterverwertung gegeben werden und überhaupt nicht erst irgendwo gelagert.

 

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