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Alpenverein: Aufkleber in Bergen können lebensgefährlich sein

Manche Menschen scheinen das Bedürfnis zu haben, ihre Botschaften an Orten, wo sie waren, hinterlassen zu müssen. Immer öfter geschieht dies mit Aufklebern. Das kann schlimme Folgen haben, wie der Alpenverein warnt.

Die von Besucherinnen und Besuchern in den Bergen hinterlassenen Aufkleber werden seit Jahren zu einem immer größeren Problem. Angebracht würden diese auf Gipfelkreuzen, aber auch auf Wegweisern, sagte ein Sprecher des Alpenvereins München und Oberland der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag auf Anfrage. Vor allem, wenn diese auf Wegweiser geklebt würden, könnten Menschen auch in Lebensgefahr gebracht werden. Denn wichtige Informationen wie Zeitangaben oder anderes werde verdeckt oder sei nicht mehr eindeutig lesbar.

Ehren- und hauptamtliche Mitglieder des Vereins seien regelmäßig damit beschäftigt, solche Aufkleber wieder zu entfernen, schilderte Markus Block vom Alpenverein die Situation. Bisweilen verständige der Alpenverein auch Hüttenwirte, sie mögen ein in der Nähe verklebtes Schild reinigen.

Am Dienstag war das 4,88 Meter hohe und 300 Kilogramm schwere Gipfelkreuz von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, mit dem Hubschrauber zum Restaurieren ins Tal geflogen worden. Als Grund wurden die vielen darauf angebrachten Aufkleber angegeben.

Wie eine Sprecherin der für das Gipfelkreuz verantwortlichen Bayerischen Zugspitzbahn sagte, ist die Sicherheit der Gäste das höchste Gut. “Wir erhoffen, dass wir durch die Aktion noch mehr Menschen dazu bewegen können, das zweite Gipfelkreuz zum Bekleben und für Selfies zu nutzen. Hier sollen und dürfen unsere Gäste ihre Sticker anbringen und dabei ein sicheres Gefühl haben. Dadurch bleibt das Original künftig hoffentlich noch besser von Aufklebern verschont.” Das zweite Kreuz steht an der Bergstation.

Die Renovierung des Originals erfolgt den Angaben zufolge in der Kunstschmiede Franz Würzinger im oberbayerischen Eschenlohe und wird rund zwei Wochen in Anspruch nehmen. Die Kosten trage die Zugspitzbahn. Pünktlich zum Start der Wintersaison solle das Kreuz dann wieder an seinen angestammten Platz in 2.962 Metern Höhe zurückkehren.