Elektronische Patientenakte: Ärzte pochen auf Nachbesserungen

Die elektronische Patientenakte gilt als zentraler Baustein der Digitalisierung im Gesundheitswesen, bleibt laut Hausärzten aber bislang hinter den Erwartungen zurück.
Elektronische Patientenakte: Ärzte pochen auf Nachbesserungen
Der Hausärzteverband sieht bei der elektronischen Patientenakte dringenden Reformbedarf und kritisiert technische Mängel und geringe Praxistauglichkeit
Imago / Christian Ohde

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, hält eine Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) für dringend geboten. Während die ePA in anderen Ländern schon funktioniere, scheitere sie in Deutschland nach wir vor an der konkreten Umsetzung, sagte Baier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In ihrer aktuellen Form sei die ePA nur eingeschränkt praxistauglich.

Patientenakte: Telematikstruktur extrem anfällig

Derzeit sei die ePA vor allem „eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können“, sagte Baier weiter. Ein Problem sei auch, dass es bei der Telematik-Infrastruktur - dem Netzwerk, auf dem die ePA läuft - immer wieder zu massiven Störungen und Ausfällen komme.

ePA: absurd komplizierter Registrierungsprozess

Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten hätten sich ihre ePA einmal angeschaut, sagte Baier. Das liege vor allem „an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt“, erklärte Beier. Laut einer Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums nutzen die ePA bisher nur 4 Millionen der 74 Millionen gesetzlich Versicherten.

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