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Adelsgemälde aus dem Havelland im Mittelpunkt von Spendenaktion

Ein riesiges Adelsporträt im Havelland droht zu verfallen. Retten soll es die Brandenburger Spendenaktion “Vergessene Kunstwerke brauchen Hilfe”. Warum Kulturministerin Schüle und Bischof Stäblein um Unterstützung werben.

Schon der Literat Theodor Fontane (1819-1898) war davon fasziniert: Ein 2,80 mal 3,95 Meter großes Porträt der märkischen Adelsfamilie von Bredow, das in der Dorfkirche von Wagenitz (Havelland) direkt neben dem Kanzelaltar hängt. Jetzt steht das Ölgemälde im Mittelpunkt der diesjährigen Brandenburger Spendenaktion “Vergessene Kunstwerke brauchen Hilfe”. Landeskulturministerin Manja Schüle (SPD) bezeichnete es am Montag in Potsdam vor Journalisten als beeindruckenden Blick auf eine Familie, die den 30-jährigen Krieg überstanden habe: “Es ist eines der wenigen Bildnisse, die aus dem Leben des Landadels in der Mark erzählen.”

Zum mittlerweile 17. Mal rufen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), das Brandenburger Landesdenkmalamt und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zu der Spendenaktion auf. 2024 hatte sie rund 14.500 Euro für die Sanierung von Kanzel und Altar in der Dorfkirche Papitz (Teltow-Fläming) erbracht.

Der Pfarrer der Kirchengemeinde Havelländisches Luch, Thomas Jurk, sagte, er verspreche sich von der Sanierung eine Perspektive für die ganze Region. Restauratorin Dörte Busch bezeichnete den Zustand des Gemäldes als “erschreckend schlecht”. Die Malschicht und die Grundierung hätten sich abgelöst. Sie rechnet damit, dass eine Restaurierung des Gemäldes, für die Spezialwissen erforderlich sei, bis zu 40.000 Euro kosten werde.

Die Kirchen seien oft “ausstrahlende Mitte” jedes Ortes, sagte Landesbischof Christian Stäblein. “Sie sind der eine Hoffnungsversammlungsort – und wer will ohne Hoffnung sein?” Kirchen seien “keine Museen, sondern geistliche Orte, in denen geistliches Leben für die Menschen heute stattfindet”.