Friedenspreis ehrt Jameler Musik-Festival und iranischen Newsletter

Das Ehepaar Horst und Birgit Lohmeyer aus Jamel im Landkreis Nordwestmecklenburg hat gemeinsam mit dem studentischen „Amirkabir Newsletter“ aus dem Iran den Aachener Friedenspreis erhalten. Der Regisseur Ali Samadi Ahadi würdigte die Lohmeyers in seiner Laudatio am Montagabend in Aachen laut vorab verbreitetem Manuskript als „Symbolfiguren für Zivilcourage“. Ihr Musik-Festival „Jamel rockt den Förster“ in dem gleichnamigen Neonazi-Dorf sei zum Symbol dafür geworden, „dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder verteidigt werden muss“. Die Auszeichnung wird traditionell am 1. September, dem Antikriegstag, verliehen.

Den „Amirkabir Newsletter“ lobte der deutsch-iranische Filmemacher Ahadi als „Gedächtnis des Widerstands“ und „landesweite Stimme der Studierendenbewegung“ im Iran. Die Redaktion habe sich seit der Gründung Ende der 1990er Jahre zu einer „tragende Säule der Wahrheit“ entwickelt, die weit über die Universitäten hinausreiche. Trotz Verfolgung, Zensur, Entlassungen aus den Hochschulen und Inhaftierungen durch das iranische Regime habe „Amirkabir“ im Untergrund überlebt, sammele Namen von verschwundenen Menschen, prüfe Propaganda-Bilder und -Behauptungen, dokumentiere Fakten. Der Chefredakteur der Medienplattform konnte den Preis nicht selbst entgegennehmen, weil er kein Einreisevisum für Deutschland bekommen hatte.

Der mit jeweils 2.000 Euro dotierte Aachener Friedenspreis zeichnet seit 1988 jährlich Menschen und Gruppen aus, die an der Basis und oft aus benachteiligten Positionen heraus für Frieden und Verständigung arbeiten. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel, die Menschenrechtsorganisationen Borderline Europe und Pro Asyl und das Wanderkirchenasyl NRW. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die „Omas gegen Rechts“ und die „Youth Initiative for Human Rights“.

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