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85 neue Kulturdolmetscher – Herrmann: Brückenbauer zwischen Kulturen

Diese Frauen und Männer zeigen, wie gelebtes Miteinander gelingen kann: die Kulturdolmetscher. Nun haben sich weitere 85 Ehrenamtliche qualifiziert, um Migranten beim Weg in die Integration zu helfen.

Wer neu in Deutschland ist und versucht, mit Sprache und Gepflogenheiten zurecht zu kommen, kann in Bayern auf Hilfe zählen. Seit mehr als sechs Jahren fördert der Freistaat das Integrationsprojekt “Kulturdolmetscher Plus” der Katholischen Erwachsenenbildung. Dieses bildet Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationsgeschichte in 40 Unterrichtseinheiten zu ehrenamtlichen Kulturdolmetschern aus.

Am Freitagabend verlieh Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an 85 neu ausgebildete Kulturdolmetscherinnen und Kulturdolmetscher ihre Zertifikate. Dabei würdigte er diese laut Pressemitteilung mit den Worten: “Sie sind unsere Helden des Alltags. Ihr Engagement macht unser Land vielfältiger, offener und menschlicher.” Auch in Zeiten immer besser werdender Übersetzungsprogramme brauche es Menschen, die Neuzugewanderten beistünden, den Alltag zu bewältigen. Dazu gehöre etwa das Begleiten zum Arzt oder zum Amt. “Damit bauen Sie Brücken zwischen den Kulturen und leisten einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis”, so Herrmann.

Seit Projektbeginn wurden den Angaben zufolge 99 Qualifizierungskurse an 41 Standorten in Bayern durchgeführt. Insgesamt wurden demnach 684 Kulturdolmetscherinnen und -dolmetscher ausgebildet, rund 200 weiter Absolventinnen und Absolventen werden in diesem Jahr erwartet. Die Fördermittel des Freistaats der vergangenen Jahre von rund 850.000 Euro hätten sich mehr als bezahlt gemacht, erklärte Herrmann.

Die Kulturdolmetscher sind seinen Worten zufolge ein lebendiges Beispiel dafür, “wie gelebtes Miteinander und gegenseitiger Respekt unser Land prägen”. Der Freistaat unterstütze Migrantinnen und Migranten dort, wo Hilfe nötig sei. “Zugleich erwarten wir aber auch die Anerkennung unserer Rechts- und Werteordnung und setzen auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung.”