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71 Gemälde Albrecht Dürer zugeordnet

Ein vollständiges Werkverzeichnis aller Gemälde des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer (1471-1528) hat ein Autorenteam in einem neuen Band vorgelegt. In den Augen des renommierten Dürer-Experten Christof Metzger, Kurator am Museum Albertina in Wien, seiner Kollegin Julia Zaunbauer und des Kunsthistorikers Karl Schütz sind 71 Gemälde Dürer zuzurechnen. Drei der aufgenommenen Werke haben die Experten allerdings mit Fragezeichen versehen, wie Metzger in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) erklärt. „Das liegt daran, dass so wenig Originalsubstanz erhalten ist, dass eine Beurteilung schwierig ist. Man kann sie nicht in Grund und Boden stampfen, kann aber auch nicht wirklich alle Daumen nach oben geben.“ Die trotzdem erfolgte Aufnahme in das Verzeichnis sehe er als Diskussionsbasis für weitere Forschungen.

Viele der Gemälde sind für den Band neu fotografiert worden. Das Buch bietet zahlreiche Details aus Altarbildern und Porträts. An ihnen könnten die Betrachter entdecken, dass Albrecht Dürers Kunst keine Schwächen kenne, sagte Christof Metzger. „Seine technische Perfektion, sein Einfallsreichtum und die farbige Brillanz“ seien an allen seinen Werken abzulesen. Der Experte, in dessen Museum die berühmtesten Zeichnungen Dürers liegen, erzählt, dass ihn auch nach vielen Jahren der Beschäftigung mit dem Nürnberger Künstler seine Werke faszinieren. „Da stumpft man überhaupt nicht ab.“ Er finde immer wieder faszinierende Details und entwickle neue Ideen daraus.

Gerade Zeichnungen, die im Original nicht oft ausgestellt sind, weil sie lichtgeschützt aufbewahrt werden, würden Überraschungen bergen. Eines der Werke, an denen sich viel entdecken ließe, sei der „Flügel einer Blauracke“, der im Besitz der Albertina ist. „Das hält so unglaublich die Waage an präzisester Beobachtung und unglaublich virtuoser Wiedergabe“, sagte Metzger. Wenn er die Zeit hätte, würde er sich die kolorierte Zeichnung jeden Tag ansehen. (0021/06.01.2026)