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2023 nassestes Jahr im Ruhrgebiet seit 1931

2023 ist laut Niederschlagsbilanz das nasseste Jahr an Emscher und Lippe seit 1931 gewesen. So sei im vergangenen Jahr im Lippe-Gebiet im Schnitt eine Menge von 1.130 Millimeter an Niederschlag gefallen, wie die Emschergenossenschaft und der Lippeverband am Freitag in Essen mitteilten. Das 130-jährige Mittel liegt bei 766 Millimeter. Im Emscher-Gebiet waren es im Schnitt 1.175 Millimeter Niederschlagsmenge. Das 130-jährige Mittel liegt bei 799 Millimeter. Damit beendet das Jahr 2023 die fünfjährige Serie der zu trockenen Kalenderjahre von 2018 bis 2022 in der Region.

„Die aktuelle Niederschlags- und Hochwasserlage bestätigt unsere bereits vielfach geäußerte Prognose, dass wir infolge des Klimawandels immer häufiger Regenereignisse erleben werden, deren Folgen wir heute kaum einschätzen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV), Uli Paetzel. Um die Region „klimarobust“ zu gestalten, benötige man nun „dringend mehr Flächen für Notpolder und Rückhalteräume. Die Flächenverfügbarkeit ist aber nach wie vor ein Problem und muss in der nachfolgenden Debatte zur aktuellen Hochwasserlage dringend diskutiert werden.“

Als Maßnahmen gegen das Hochwasser verwies die Emschergenossenschaft unter anderem darauf, dass bislang mehr als fünf Millionen Kubikmeter an zusätzlichem Retentionsraum im Emscher-Gebiet während des Flussumbaus zwischen 1992 und 2021 entstanden sei. Vor allem am Oberlauf der Emscher entfalteten die zahlreichen neu gebauten Hochwasserschutzanlagen ihre Wirkung und milderten die Folgen des Niederschlags im Gewässerbereich deutlich ab, hieß es. Zudem will die Emschergenossenschaft die Deiche noch um 20 Zentimeter erhöhen.