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130 Atomkraftgegner demonstrieren in Bottrop gegen Castor-Transporte

Rund 130 Atomkraftgegner haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der A 2 gegen angekündigte Atomtransporte durch Nordrhein-Westfalen demonstriert. „Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“, erklärten mehrere Anti-Atom-Initiativen gemeinsam mit dem Umweltverband BUND und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Sie fordern von der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung, auf gefährliche Transporte über marode Autobahnen und Brücken zu verzichten. Stattdessen solle der Atommüll bis zum Bau eines Endlagers weiter in Jülich gelagert werden.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) hatte im August die Genehmigung für Castor-Transporte erteilt. Demnach sollen 152 Behälter mit rund 300.000 Brennelementekugeln aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden. Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich ist seit Jahren ausgelaufen. Geplant sind mehrere Fahrten aus dem Rheinland nach Westfalen. Die etwa 170 Kilometer lange Strecke führt unter anderem durch das Ruhrgebiet.

Die Atomkraftgegner wiesen auf Risiken wie „sicherheitstechnisch brisante Baustellen“ und eine Zunahme von Drohnensichtungen hin. In einem Brief an die schwarz-grüne Landesregierung fordern sie ein politisches Umdenken. In Jülich müsse eine angemessene Lagermöglichkeit für die nächsten Jahrzehnte geschaffen werden. Atomtransporte nach Ahaus wären „eine Reise ohne Ziel“, weil auch dort in zehn Jahren die Betriebsgenehmigung auslaufe.

Die Demonstration führte auch über zwei Autobahnbrücken, nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Donnerstag einem Eilantrag der Atomgegner stattgab (AZ.: 14 L 102/26). Die Polizei wollte die Streckenführung ändern. Sie hielt sich während der Demo im Hintergrund, wie ein Sprecher des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Der BUND hat vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Sofortvollzug der Castor-Transportgenehmigung geklagt. Das Gericht gehe davon aus, dass vor einer Entscheidung keine Transporte rollen, erklärte eine BUND-Sprecherin.