In Ungarn kann jeder ein Prozent seiner Steuer frei vergeben.
Viele wählen dabei die lutherische Kirche – auch ohne Mitglied zu sein. Das stärkt sie trotz kleiner Größe im Land.
Ungarns Lutheraner profitieren ungewöhnlich stark von der sogenannten Mandatssteuer. In Ungarn kann jeder Steuerzahler selbst entscheiden, welche kulturelle, soziale oder religiöse Organisation einen Betrag von einem Prozent seiner Einkommenssteuer erhalten soll. “Etwa 100.000 aktive Steuerzahler mehr, als wir Mitglieder haben, zahlen für die lutherische Kirche”, sagte die Ökumenereferentin der Lutherischen Kirche Ungarns, Klara Tarr, am Samstag vor der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Dresden.
Gleichzeitig könne man in der ungarischen Gesellschaft aber spüren, “dass die nächsten Generationen nicht besonders christlich erzogen worden sind”. Wichtig für die lutherische Kirche Ungarns sei, dass sie niemanden ausschließen wolle. Gleichzeitig wolle man authentisch bleiben. Die Kirche sei von einer nüchternen, aber tiefen Treue zum Glauben geprägt. “Manchmal ist es aber schwierig, klein zu sein”, sagte Tarr. “Wir haben keine große Stimme, wenn es um Verhandlungen mit dem Staat geht.” Die Lutherische Kirche Ungarns zählt etwa 160.000 Mitglieder.